VLKÖ - Verband der leitenden Krankenhausärzte Österreichs

 

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VLKÖ
VERBAND DER LEITENDEN KRANKENHAUSÄRZTE ÖSTERREICHS
 
NEWSLETTER 4/2017
 
 
 
Newsletter November 2017
Der Verband der Leitenden Krankenhausärzte Österreichs informiert
 
 
Der Newsletter im Überblick
 
 
Vorwort des Präsidenten und Vizepräsidenten

"Medizin im Dialog" am 04.12.2017 im KHM Wien

Ärztliche Aufklärungspflicht verletzt? Patientin geht bis zum OGH...

Compliance 4.0 - Wie IT die Spielregeln verändert

OUT OF THE BOX - Wissenschaft trifft Ambivalenz - Inspiration zum Querdenken


Literaturtipps

Termine und Veranstaltungen

Impressum
 
 
Vorwort des Präsidenten und Vizepräsidenten
 
         
  Prim.Univ.Doz.Dr. Otto Traindl  

Prim.Univ.Prof.Dr. Werner Langsteger

 
       

Liebe Kolleginnen, liebe Kollegen!

Zu allererst möchten wir uns herzlich für die zahlreichen bereits eingegangenen Anmeldungen zu unserer Veranstaltung „Medizin im Dialog“ bedanken, die am 4. Dezember 2017 erstmals im Kunsthistorischen Museum stattfinden wird. Thema der Diskussionsrunde wird sein „Medizinische Studien: Wer profitiert davon wirklich?“. Im Anschluss daran haben unsere Gäste die Möglichkeit einer gemeinsamen Führung durch die Gemäldegalerie zum Thema 'Medizin in der Malerei'.

Wir wünschen Ihnen nun beim Lesen des Newsletters viele spannende Augenblicke und freuen uns neben Ihrem Feedback und Anregungen aller Art besonders über Ihr Kommen am 4. Dezember 2017 ins KHM.

Mit den besten kollegialen Grüßen,
Otto Traindl und Werner Langsteger

         
 
„Medizin im Dialog“

am 4.12.2017



Wenige Plätze sind noch frei!

Wir dürfen Sie im Namen des VLKÖ daher herzlich ins Kunsthistorische Museum Wien einladen.

 
„Medizin im Dialog“ am 4.12.2017
 
     
 

Medizinische Studien: "Wer profitiert davon wirklich?"


Es diskutieren:

Prim. Univ. Prof. Dr. Werner Langsteger (Abteilungsvorstand Nuklearmedizin, Barmherzige Schwestern Linz; Vizepräsident des VLKÖ)

Priv. Doz. Dr. Johannes Pleiner-Duxneuner (Medical Director, Roche Austria)

Prim. Univ. Doz. Dr. Ansgar Weltermann (Leiter Tumorzentrum gespag-Elisabethinen; Leiter Zentrum für Tumorerkrankungen Barmherzige Schwestern Linz)

Prim. Univ. Doz. Dr. Otto Traindl (Ärztlicher Direktor und Leiter 1. Medizinische Abteilung, LK Mistelbach; Präsident des VLKÖ)

Dr. Philipp Wimmer (Doc Solution)

Assoc. Prof. Priv. Doz. Dr. Markus Zeitlinger (Stv. Leiter Universitätsklinik für Klinische Pharmakologie, MedUni Wien)

 

Dabei wird es um folgenden Themen gehen:

  • Wie entstehen große Studien?
  • Studienmonitoring & Dokumentation, was hat der Einzelne davon (Arzt, Patient)?
  • Gehen wir in die richtige Richtung?
  • Was kann die Industrie beitragen?
  • Wie kann der Nutzen einer wissenschaftlichen Studie wirklich bewiesen werden?


Das Kunsthistorische Museum Wien lädt im Anschluss unsere Gäste zur Themenführung durch die Gemäldegalerie Medizin in der Malerei.


 
   
     
   

 

  Gerhard Ulmer

 

 

Ärztliche Aufklärungspflicht verletzt?
Patientin geht bis zum OGH wegen behaupteter mangelhafter Aufklärung



Von Gerhard Ulmer

Die ärztliche Aufklärungspflicht ist eine der wesentlichen Bestimmungen, die das Rechtsverhältnis zwischen Arzt, Krankenanstalt und Patient reglementieren. Sie ergibt sich sowohl aus dem Behandlungsvertrag zwischen Patient und Spital als auch aus dem Ärztegesetz (§49 etc.).
Grundlage für die Haftung eines Arztes oder Krankenhausträgers wegen Verletzung der Aufklärungspflicht ist in erster Linie das Selbstbestimmungsrecht des Patienten, in dessen körperliche Integrität durch die Behandlung eingegriffen wird. Der Patient muss in die konkrete Behandlungsmaßnahme wirklich einwilligen. Voraussetzung für eine sachgerechte Entscheidung des Patienten ist eine entsprechende Aufklärung durch den Arzt. Die Aufklärung des Patienten ist somit nicht Selbstzweck. Vielmehr ist für den Umfang der ärztlichen Aufklärung entscheidend, dass der Patient als Aufklärungsadressat die für seine Entscheidung (Zustimmung zum Eingriff) maßgebenden Umstände erfährt, sodass er über eine ausreichende Entscheidungsgrundlage verfügt.


Die Aufklärungspflicht ist keinesfalls an nichtärztliches Personal delegierbar, sehr wohl aber beispielsweise an unterstellte Ärzte. In diesem Fall muss sich der delegierende Arzt vergewissern, dass der betreffende Arzt über die entsprechende Qualifikation für eine fachgerechte Aufklärung verfügt sowie entsprechend über alle medizinisch relevanten Umstände über den aufzuklärenden Patienten und die geplante Behandlung informiert ist. Keineswegs kann durch eine Delegation der Aufklärung die Haftung für die Behandlung übertragen werden.
Stehen für den konkreten Behandlungsfall mehrere medizinisch gleichermaßen indizierte und übliche Behandlungsmethoden zur Verfügung, die gleichwertig sind, aber unterschiedliche Risiken und Erfolgschancen haben, so ist über die zur Wahl stehenden diagnostischen oder therapeutischen adäquaten Alternativverfahren zu informieren und das Für und Wider (Vorteile und Nachteile: verschiedene Risiken, verschieden starke Intensitäten der Eingriffe, differierende Folgen, Schmerzbelastungen und unterschiedliche Erfolgsaussichten) mit den Patienten abzuwägen.


In einem konkreten Fall, der letztlich bis an den OGH weitergereicht wurde, ging es um die Frage, ob die Patientin entsprechend aufgeklärt wurde, bei der auf Grund anhaltender Schmerzen nach einem Bandscheibenvorfall nach erfolglosen konservativen Behandlungen ein operativer Eingriff (Laminotomie) vorgenommen wurde.
Die Patientin behauptet nun im Prozess, dass in der Fortführung der konservativen Therapie im Verhältnis zur letztlich durchgeführten Operation eine adäquate Behandlungsalternative bestanden hätte und sie über die Für und Wider zwischen den Risiken und Erfolgsaussichten dieser beiden Methoden hätte aufgeklärt werden müssen. Bei entsprechender Aufklärung hätte sie sich für die Fortsetzung der konservativen Therapie entschieden.
Die Vorinstanzen waren von den zutreffenden Rechtsgrundsätzen zur ärztlichen Aufklärungspflicht ausgegangen. Der konkrete Umfang der ärztlichen Aufklärungspflicht und dementsprechend die Beurteilung, ob eine Verletzung der Aufklärungspflicht vorliegt, hängt jedoch immer von den Umständen des Einzelfalls ab.
Nach den Feststellungen lagen bei der Patientin therapieresistente Beschwerden vor, sodass von einem Scheitern der konservativen Therapie auszugehen war. Dementsprechend kam sie nach einer Nervenwurzelblockade und einer analgetisch-symptomatischen Therapie und dem Besuch in einer Privatklinik mit dem bereits fest gefassten Operationswunsch zur behandelnden Ärztin der Beklagten und wollte rasch operiert werden. Beim Besuch in der Privatklinik wurden der Patientin „anhaltende starke Beschwerden und Therapieresistenz auf intensive konservative Maßnahmen“ bescheinigt. Ausgehend von dieser Tatsachengrundlage bestand für die Patientin keine echte Wahlmöglichkeit in Bezug auf eine Fortsetzung der konservativen Therapie, die überdies eine deutliche Gewichtsabnahme erfordert hätte. Damit ist schon eine Pflicht zu der von der Patientin geforderten Aufklärung über die Für und Wider, hier vor allem über die Erfolgsaussichten der beiden von der Patientin ins Treffen geführten Behandlungsmethoden zu verneinen.


Bei der Frage, ob der Patient bei ausreichender Aufklärung seine Zustimmung zum Eingriff erteilt hätte, handelt es sich um eine nicht reversible Tatfrage. Dazu hat das Erstgericht festgestellt, dass sich die Patientin jedenfalls für den operativen Eingriff entschieden hätte, auch wenn sie über die Möglichkeit der Fortführung der konservativen Therapie (noch einmal explizit) aufgeklärt worden wäre. In der Beweiswürdigung führte das Erstgericht dazu aus, dass die Patientin aufgrund des Leidensdrucks rasche Abhilfe gegen die Schmerzen haben wollte und sich im Hinblick auf das intensive Schmerzgeschehen über einen Zeitraum von drei Monaten jedenfalls für den operativen Eingriff entschieden hätte. Die bisher durchgeführte konservative Therapie und sogar die Wurzelblockade hätten zu keiner Besserung geführt. Die Patientin hätte rasch eine Veränderung ihrer Situation durch die Operation gewünscht.
Insgesamt hält sich die Beurteilung der Vorinstanzen, mit der sie die Haftung der Beklagten aufgrund einer Verletzung der ärztlichen Aufklärungspflicht verneinen, im Rahmen der Rechtsprechung.
Damit war auch vom OGH im Sinne der behandelnden Ärztin zu entscheiden und die Klage wurde abgewiesen. Insgesamt zeigt dieser Fall jedoch deutlich, wie sehr vor Gericht die Beurteilung des Einzelfalles ausschlaggebend für den Urteilsspruch ist. Daher ist immer dringend anzuraten, die Aufklärung stets vollumfänglich durchzuführen und natürlich auch entsprechend zu dokumentieren.


 

   
     
  Compliance 4.0 - Wie IT die Spielregeln verändert  
     
 

Compliance 4.0 - Wie IT die Spielregeln verändert

Wir befinden uns mitten im Umbruch: Big Data, Blockchain und Artificial Intelligence sind gerade dabei, unseren Unternehmensalltag und damit auch die Spielregeln für Compliance rapide zu verändern...

In diesem Netzwerktreffen wollen wir bewusst die Brücke von der Compliance- in die Operative Welt schlagen und einen Blick in die Zukunft wagen.


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OUT OF THE BOX

 
     
     
    Literaturtipps

 

         
  Qualitätssicherung im Gesundheitswesen   Qualitätssicherung im Gesundheitswesen

Die Sicherung der Qualität im Gesundheitswesen ist in den letzten Jahren erfreulicherweise stärker in den Blickpunkt gerückt. Im vorliegenden Band werden wichtige, dem Ziel einer möglichst hohen Qualität der Gesundheitsversorgung dienende Maßnahmen vorgestellt und einer Bewertung ausgehend von unterschiedlichen Ansätzen unterzogen.

Herausgeber: Ass.-Prof. Dr. Susanne Auer-Mayer,
Univ.-Prof. Dr. Walter J. Pfeil, MMag. Michael Prantner

Erschienen im MANZ Verlag Wien.
 
         
  PrimVG Primärversorgungsgesetz 2017   PrimVG Primärversorgungsgesetz 2017

Demographische Entwicklung und geänderte berufliche Erwartungen: das österreichische Gesundheitssystem steht vor neuen Heraus-forderungen. Ihnen soll das Primärversorgungsgesetz 2017 Rechnung tragen, indem es die von niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten sowie von Angehörigen anderer Gesundheitsberufe geleistete Versorgung zukunftsfit macht.

Autoren: Hon.-Prof. SC Dr. Gerhard Aigner, Dr. Ulrike Windischhofer

Erschienen im MANZ Verlag Wien.
 
   
 

Termine und Veranstaltungen


Der Einfluss der Gesellschaft der Ärzte in Wien auf die Entwicklung der Medizin: 180 Jahre im Dienste der Wissenschaft
Moderation Manfred Greher

29. November, Billrothhaus
Weiterführende Informationen:

https://billrothhaus.at

Präoperative Medizin 2017: Mit Evidenz gegen den "Unklarheits-Krampus"
5. Dezember 2017, Billrothhaus
https://billrothhaus.at

OUT OF THE BOX
Wissenschaft trifft Ambivalenz – Inspiration zum Querdenken
5. Dezember 2017, Sky Stage / Tech Gate Vienna
Weiterführende Informationen

Aktuelle Aspekte aus der Physikalischen Medizin, Rehabilitation und Arbeitsmedizin
Weiterführende Informationen:
https://billrothhaus.at

Wissenschaftlicher Abend zur Geschichte der Gesellschaft der Ärzte in Wien
12. Dezember 2017, Billrothhaus
Weiterführende Informationen:
https://billrothhaus.at

Jahrestagung des VLKÖ 2018
26. Jänner 2018, AUVA
Weiterführende Informationen

 
 

 

Impressum

Dieser Newsletter wurde unterstützt von: ärzteservice, AUVA, Manz Verlag, Roche, VAMED, Wiener Zeitung


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NEWSLETTER 4/2017

 

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