VLKÖ - Verband der leitenden Krankenhausärzte Österreichs

 

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VLKÖ
VERBAND DER LEITENDEN KRANKENHAUSÄRZTE ÖSTERREICHS
 
NEWSLETTER 3/2015
 
 
 
Newsletter im Überblick
 
 
Vorwort des Präsidenten
Pressetext: Spitalsambulanzen erlebten einen heißen Sommer
Interview mit Mag. Anna Katharina Marx
Mobile-Health-Dienste: Gesundheit to go?
Die elektronische Aufklärung
Zusammenfassung des VLKÖ-Workshops am 20. Juni 2015
Vermischtes
Termine und Veranstaltungen
 
 
Vorwort des Präsidenten
 
         
  Prim.Univ.Doz.Dr. Otto Traindl   Liebe Kolleginnen, Liebe Kollegen!
Der nunmehr dritte Newsletter 2015 des VLKÖ liegt vor! Wir freuen uns über viele positive Reaktionen (...)
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und vor allem über das anhaltende Interesse, das so viele Kolleginnen und Kollegen an den Inhalten zeigen. Mehr als 48 Prozent der Abonnentinnen und Abonnenten öffnen unseren Newsletter und schmökern im Durchschnitt 23 Minuten darin – das zeigt, wir haben einen großen Bedarf an Erfahrungsaustausch innerhalb unserer Gruppe der österreichischen Primarärztinnen und Primarärzte.

Ganz besonders möchte ich Ihnen die aktuellen Termine des VLKÖ ans Herz legen und Sie auf diesem Weg zu unserer Schwerpunkttagung „Die Zukunft des Krankenhauses“ in die Rehaklinik Wien Baumgarten einladen. Stattfinden wird die Tagung am Samstag, den 21. November 2015, zum Thema „Werden Medikamente zum Problem“, wofür wir bereits hochkarätige Referenten gewinnen konnten. Ich würde mich sehr freuen, Sie möglichst zahlreich dort begrüßen zu dürfen. Das Vorprogramm finden Sie hier.

Herzliche Grüße und viel Vergnügen beim Lesen!

Prim. Univ.Doz. Dr. Otto Traindl

Beitrittserklärung zum Verband der Leitenden Krankenhausärzte Österreichs

 
       
   
  Pressetext: Spitalsambulanzen
  erlebten einen heißen Sommer
     
  Die Patientenzahlen klettern, den Temperaturen gleich, in die Höhe
 
Nicht nur das Wetter brachte diesen Sommer Spitzenwerte mit sich, auch die Patientenzahlen in den Spitalsambulanzen stiegen deutlich an. Sie verzeichneten rund 10 Prozent mehr an Akutpatienten. (...)
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Jeder österreichische Ambulanzpatient besucht zweimal pro Jahr eine Klinik, das macht 16 Millionen Ambulanzbesuche pro Jahr. „Immer noch kämpfen Österreichs Ambulanzen mit einem unverminderten Andrang der Patienten – Patienten, die auch bei unseren Kolleginnen und Kollegen in den Ordinationen bestens versorgt werden können“, erklärt der Präsident des Verbandes leitender Krankenhausärzte Primar Dozent Dr. Otto Traindl.

Mit der Forderung des VLKÖ nach Lenkung der Patientenströme will der Verband zeigen, dass eine Vielzahl an Maßnahmen nötig ist.

Best Point of Service in der Medizin

Das Prinzip des “Best Point of Service” mittels Primary Health Center (PHC) ist das erklärte Ziel einer solchen Gesundheitsreform. Damit verbunden ist stets auch die Diskussion über eine erneute Ambulanzgebühr, um das Problem der Patientenströme auf diesem Weg in den Griff zu bekommen.

Das Primary Health Center, aber auch Einrichtungen wie medizinische Call-Center für PatientInnen sind jedoch nur erste Ansätze. Der VLKÖ steht Einrichtungen wie dem medizinischen Call-Center positiv gegenüber, wenn es sich dabei um international erprobte Modelle handelt und die qualitativ hochwertige Beratung zu einer Lenkung der PatientInnenströme führt. Selbstverständlich sind solche Einrichtungen aber kein Ersatz für das Arzt-Patientengespräch, sondern lediglich ein Weg, den Patienten so rasch wie möglich an den richtigen Arzt zu bringen.

Breit diskutiert werden sollte aus Sicht des VLKÖ die Wiedereinführung einer Ambulanzgebühr. Sie kann einerseits regulierend eingreifen und außerdem ist sie im Stande, auch teure Spitalsleistungen im ambulanten Bereich teilweise abzudecken. Diese Maßnahme ist jedoch nur dann sinnvoll, wenn der bürokratische Aufwand im Gegensatz zu früheren Jahren massiv reduziert und von der medizinischen wie pflegerischen Leistung entkoppelt wird.

Versorgung durch niedergelassene KollegInnen

Österreichs niedergelassene Ärztinnen und Ärzte leisten hervorragende Arbeit. „Viele haben die Öffnungszeiten ihrer Ordinationen und Praxen bereits den Arbeitszeiten der Patienten angepasst“, meint Dr. Traindl. „Ein Patient mit Halsschmerzen gehört ins Bett und, wenn die Beschwerden zunehmen, zum Hausarzt, aber nicht in die überfüllte Klinik.“ Das Angebot für berufstätige PatientInnen im niedergelassen Bereich sollte entsprechend flächendeckend und mit zeitlich sinnvollen Ordinationszeiten ausgebaut werden. Dazu gehört aber auch, dass den niedergelassenen Ärzten seitens der Krankenkassen ein attraktives und leistungsgerechtes Honorar angeboten wird.

Ebenso ist es erforderlich, endlich österreichweit darzustellen wer, wann, wo und warum eine Ambulanz aufsucht. Es wäre ein schweres Versäumnis der österreichischen Spitalsträger, wenn sie nicht über entsprechendes Datenmaterial verfügten. „Es ist dabei mit Sicherheit anzunehmen, dass große regionale Unterschiede bestehen, insbesondere zwischen Ballungsgebieten und dem ländlichen Raum“, schloss der Präsident des VLKÖ Primar Dozent Dr. Otto Traindl.

 
   
         
  Mag. Anna Katharina Marx   Interview mit Mag. Anna Katharina Marx
 
Als verlässlicher Partner unterstützt Raiffeisen Ärztinnen und Ärzte mit einer besonders attraktiven und unbürokratischen Finanzierungsform: der Raiffeisen Ärztemillion. Die zuständige Teamleiterin für die Sparte Freie Berufe und Ärzte von Raiffeisen Private Banking Wien im Looshaus im ersten Bezirk ist Mag. Anna Katharina Marx (...)
 
 
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Frau Mag. Marx, welche Erfahrungen haben Sie mit Ärztinnen und Ärzten gemacht, die im Krankenhaus beschäftigt sind? In welchen Themen wollen diese generell beraten werden?

Vor allem Ärztinnen und Ärzte legen auf einen persönlichen, kompetenten Ansprechpartner wert, der ihnen bei ihren finanziellen Angelegenheiten weiterhelfen kann. Sie sind meist beruflich sehr engagiert und haben daher wenig Zeit, sich um diese Themen selbst zu kümmern. Unsere Leistungen reichen daher von der laufenden Kontoführung bis hin zur privaten Vorsorge. Einen großen Anteil in der Beratung nimmt natürlich das Thema Finanzierung ein, da viele Ärztinnen und Ärzte auch eigene Ordinationen haben, bei denen Investitionsbedarf besteht.

Sie werben mit der Ärztemillion – was darf man sich darunter vorstellen?
Die Ärztemillion ist eine auf die Bedürfnisse von Ärzten abgestimmte Investitionsfinanzierung, die es ermöglicht, zu besonderen Konditionen in aktuell wichtige Bereiche wie die Schaffung von Barrierefreiheit, aber auch in Ordinationsgründungen, -erweiterungen und -übernahmen zu investieren. Der Kunde erhält innerhalb von fünf Tagen ab Vorlage aller Unterlagen eine Grundsatzentscheidung zur Finanzierung und kann dadurch seine Vorhaben rasch und unbürokratisch umsetzen.

Um welche Summen für welche Investitionen geht es hierbei? Und gilt Ihr Angebot ausschließlich für Ärzte aus Wien?
Die Ärztemillion steht für Investitionen von mindestens EUR 15.000,– und maximal EUR 150.000,– zur Verfügung – bei Investitionen in Maßnahmen zur Schaffung von Barrierefreiheit bereits ab EUR 7.500,–. Als Raiffeisen Private Banking Wien sind wir in Wien tätig und richten unser Angebot daher auch an die Wiener Ärztinnen und Ärzte.

Welche Finanzierungspakete für Ärzte bieten Sie an? Ist es nicht ein erheblicher Unterschied, in welchem Lebensabschnitt diese gerade stehen und welche berufliche Position und Lebensplanung sie haben?
Wir verstehen uns als verlässlicher Partner in der Betreuung von Ärztinnen und Ärzten und wollen diese auf ihrem beruflichen Weg unterstützen und begleiten. Natürlich hat jeder Lebensabschnitt unterschiedliche Bedürfnisse. Bei einem Jungarzt steht beispielsweise vor allem eine etwaige Ordinationsgründung und deren Finanzierung im Vordergrund. Ein Arzt, der vor seiner Pensionierung steht, denkt wiederum an Themen wie Ordinationsübergabe oder etwa Vermögensweitergabe im privaten Bereich. Unsere spezialisierten Finanzberaterinnen und -berater gehen auf all diese Themen individuell ein.

Sie sprechen von einem Wettbewerbsvorteil, der durch mehr Liquidität erzielt werden kann. Was darf man sich als Arzt/Ärztin darunter vorstellen?
Der primäre Fokus eines Arztes ist natürlich die medizinische Versorgung seiner Patienten. Natürlich ist man als Arzt aber auch wirtschaftlich tätig. Damit die Ordination floriert und man kaufmännisch erfolgreich ist, sind immer wieder Investitionen notwendig. Diese können in den medizinischen Bereich, wie Geräte, fließen, in die Ordinationsräumlichkeiten, aber auch in einen Internetauftritt, etc. Je nachdem bieten sich verschiedene Finanzierungsformen an – die Ärztemillion, aber auch Leasing. Hier treten wir oft direkt mit dem Steuerberater in Kontakt, um die optimale Finanzierungsstruktur zu finden.

Stichwort der erfahrene Primararzt: Welche Finanzierungs- und Vermögensberatung braucht dieser?
Je nachdem in welcher Lebenssituation sich Kunden befinden, sind unterschiedliche Themen für sie wichtig. Ein erfahrener Primararzt benötigt daher vor allem einen erfahrenen und auf diese Kundengruppe spezialisierten Finanzberater. Vielleicht steht der Finanzierungsaspekt nicht mehr so sehr im Vordergrund, sondern die private Vorsorge für die Familie. Die konkreten Erwartungen und den konkreten Bedarf klären wir immer in einem persönlichen Kennenlerntermin, damit wir individuell auf unsere Kunden eingehen können.

Wie kann man Sie erreichen, Frau Mag. Marx?
Ich stehe mit meinem Team gerne für ein Beratungsgespräch im Looshaus am Michaelerplatz zur Verfügung. Sehr gerne können die Beratungstermine aber auch in den Ordinationsräumlichkeiten der Ärztinnen und Ärzte stattfinden. Ich freue mich auf ein Kennenlernen.

Mag. Anna Katharina Marx, EFA, DFB
Teamleiterin Private Banking – Freie Berufe und Ärzte
Looshaus, Michaelerplatz 3, 1010 Wien
Telefon: +43-(0) 5 1700-68150
Mobil: +43-(0)699 1577 5095
E-Mail: anna-katharina.marx@raiffeisenbank.at

 
   
 
Mobile-Health-Dienste: Gesundheit to go?
     
  Text bereitgestellt von der Wiener Ärztekammer
 
Sieht man sich in öffentlichen Verkehrsmitteln oder Warteräumen um, fällt auf, dass der Großteil der Menschen ein Smartphone in der Hand hält. Mobiltelefone und drahtlose Internetverbindungen sind aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken. Es gibt zahlreiche Anwendungen für Smartphones, sogenannte Apps, die (...)
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sich zu einem lukrativen Geschäft entwickelt haben. Da kann es kaum verwundern, dass nun auch der Bereich der Gesundheit für diesen Markt erobert werden soll.

Die Europäische Kommission beschäftigte sich 2014 in einem Grünbuch Mobile-Health-Dienste intensiv mit dem Potenzial von mobilegestützten Gesundheitsanwendungen. Die WHO definiert Mobile-Health (=mHealth) als „medizinische Verfahren und Praktiken der öffentlichen Gesundheitsfürsorge, die durch Mobilgeräte wie Mobiltelefone, Patientenüberwachungsgeräte, persönliche digitale Assistenten (PDA) und andere drahtlos angebundene Geräte unterstützt werden". Dazu können auch Gesundheits- und Lifestyle-Apps, individualisierte Hinweis- und Erinnerungssysteme, Gesundheitsinformationen per SMS sowie drahtlose telemedizinische Angebote gezählt werden.

Gesundheits-Apps auf dem Vormarsch

Laut der Europäischen Kommission werden mHealth-Dienste in Zukunft eine große Rolle in den europäischen Gesundheitssystemen spielen. Sie könnten eine Entwicklung der Gesundheitsvorsorge hin zum eigenverantwortlichen Patienten anstoßen. Nach Schätzungen gibt es derzeit circa 97.000 mHealth-Apps, davon sind 70 Prozent in den Bereichen Wohlbefinden / Fitness anzusiedeln und die restlichen 30 Prozent richten sich an Mitarbeiter im Gesundheitsbereich. Wie viel vor allem auch finanzielles Potenzial in diesem neuen Markt der mHealth-Dienste liegt, belegt der kürzlich getätigte Verkauf der 2009 in Linz gegründeten Fitness-App Runtastic um 220 Millionen Euro an Adidas eindrucksvoll.

Gesundheits-Apps sammeln umfassende personenbezogene Daten, die neben der Identität (direkt oder indirekt) auch Aufschluss über Ernährungsgewohnheiten, sportliche Aktivität oder Medikamenteneinnahme geben können. Daher weist die Europäische Kommission auf die Notwendigkeit von Datenschutzmaßnahmen hin. Aus ihrem Grünbuch geht hervor, dass einer möglichen Einbindung von mHealth-Diensten in die europäischen Gesundheitssysteme, Richtlinien zum Schutz von sensiblen Patientendaten vorangehen müssen. Vorausgesetzt die Problematik des Datenschutzes kann geklärt werden, so birgt die Vielzahl an gesammelten Gesundheitsdaten große Chancen für die epidemiologische Forschung, die anhand der Massendatenverarbeitung Schlüsse z.B. über den Zusammenhang von Krankheiten und Umweltfaktoren ziehen könnte.

Im Bereich der mHealth-Anwendung wird es sicherlich noch viele Innovationen geben. Einige Apps, die z.B. relevante Informationen bieten, helfen den Krankheitsverlauf zu dokumentieren, zu einem gesünderen Lebensstil beitragen oder an Medikamente erinnern, sind durchaus sinnvoll, andere Apps hingegen haben kaum reellen Nutzen. mHealth-Apps können zu einer erhöhten Aufmerksamkeit für die eigene Gesundheit führen, sie können Patienten aber auch auf die falsche Fährte lenken und lassen viel Spielraum für Interpretation. Daher empfiehlt es sich bei anhaltenden Beschwerden einen Arzt aufzusuchen, anstatt das Handy zu befragen.

Einige Gesundheits-Apps im Überblick

European Health Insurance
Eine App der Europäischen Union, die über die Benutzung der Europäischen Krankenversicherungskarte informiert. Sie enthält allgemeine Informationen zur Versicherungskarte, abgedeckten Behandlungen und Kosten im europäischen Ausland und Notrufnummern.
Downloads: 100.000 – 500.000

Apotheken und Medikamente
Die App der Österreichischen Apothekerkammer bietet Apothekensuche, Informationen über Apotheken mit Nachtdienst, eine Arzneimitteldatenbank sowie einen elektronischen Impfpass.
Downloads: 100.000 – 500.000

Pollen
Der Österreichische Pollenwarndienst stellt mit dieser App eine personalisierte Pollenvorhersage für die nächsten drei Tage sowie ein Pollentagebuch zur Verfügung.
Downloads: 100.000 – 500.000

Meine Medizin
Die gemeinsame App von Wiener Ärztekammer und Pharmig speichert, wann welches Medikament eingenommen werden muss und erinnert zeitgerecht an die Einnahme in der richtigen Dosierung. Außerdem steht eine Arztsuche für Wien zur Verfügung.
Downloads: 5.000 – 10.000

Quellen: Europäische Kommission – Grünbuch über Mobile-Health-Dienste 2014, WHO mHealth – New horizons for health through mobile technologies, Google App Store

 

 
         
  RA Dr. Stephan Trautmann  

Die elektronische Aufklärung

von RA Dr. Stephan Trautmann

Im Rahmen der Haftung von Ärzten und Krankenanstalten bei sogenannten Arzthaftungsprozessen geht es meistens um zwei Vorwürfe, einerseits dass die Behandlung nicht lege artis medicinae durchgeführt worden wäre andererseits dass eine mangelhafte Aufklärung vorliegen würde. (...)

 
 
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Aufklärung und Dokumentation

Während der erste Vorwurf meist schon im Vorfeld geklärt werden kann, sodass es nicht zu einer strittigen Abhandlung kommen muss, ist der zweite Vorwurf nach wie vor schwer zu erfassen, da jede Form der erfolgten Aufklärung nur dann wirksam nachgewiesen werden kann, wenn eine entsprechende Dokumentation vorliegt. Wenn der Nachweis nicht gelingt ist eine Haftung jedenfalls gegeben.

Natürlich hat sich die Notwendigkeit der umfassenden Aufklärung und deren Dokumentation bei der Ärzteschaft eingeprägt und es wurde schon sehr viel getan, doch auch die Haftungsprozesse werden immer diffiziler, sodass diese Problematik laufend thematisiert werden muss.

Kommunikation zwischen den aufklärenden Personen

Die Ärzteschaft ist sich der Notwendigkeit der Aufklärung und der Dokumentation zwar durchaus in immer größerem Maße bewusst, doch mangelt es oft an der direkten Kommunikation zwischen den aufklärenden Personen.

Gerade bei Aufklärungen die nicht an ein und demselben Ort gemacht werden, kommt es zu Diskrepanzen die sich negativ auswirken können.

Wenn zum Beispiel der Belegarzt in seiner Ordination eine erste Aufklärung durchführt, so befreit das weder ihn noch die Kollegen im Krankenhaus von einer weitergehenden Aufklärung vor dem eigentlichen Eingriff.

Die meisten Ärzte verwenden diesbezüglich nach wie vor entweder selbst angefertigte Aufklärungsbögen oder vorgefertigte Muster. Es kommt auch noch vor, dass die Aufklärung einfach nur in der Patientenkartei vermerkt wird. Letzteres wird mit Sicherheit zu wenig sein, da es mittlerweile ganz klar ist, dass auch dokumentiert werden muss, worüber im Einzelnen aufgeklärt worden ist.

Geht man von der handschriftlichen Aufzeichnung mancher Ärzte in deren Karteiblatt aus, so wirft dies in der Praxis immer wieder größere Probleme auf. Das schriftliche Festhalten, dass eine Aufklärung durchgeführt wurde, bestätigt eben noch nicht, dass der Patient ordnungsgemäß und korrekt aufgeklärt worden ist.

Bestätigung durch den Patienten notwendig

Es ist durchaus notwendig Nachweis darüber zu führen, was und worüber im Einzelnen aufgeklärt worden ist. Der Patient hat zudem eine entsprechende Bestätigung über die Aufklärung zu erteilen, idealerweise durch Unterfertigung auf einem entsprechenden Vormerk.

Natürlich sind die handschriftlichen Aufzeichnungen über die Aufklärung auch im Spital (zumindest derzeit noch) unerlässlich. Es ist nach meinem Dafürhalten eigenständig, unabhängig von der Aufklärung in der Arztpraxis, ausführlich aufzuklären und darüber zu dokumentieren. Ob dies nun handschriftlich unter Verwendung von entsprechenden Vordrucken durchgeführt wird oder auf elektronischem Wege ist prinzipiell egal, die Aufklärung und die Einverständniserklärung des Patienten muss jedenfalls nachweisbar sein.

Elektronische Dokumentation

Die elektronische Dokumentation, die immer mehr in Spitälern propagiert wird und mit Sicherheit eine wesentliche Erleichterung des Spitalbetriebs darstellt, ist per se zu unterscheiden von der Dokumentation der Aufklärung des Patienten.

Die elektronische Dokumentation zum Beispiel des Verlaufs der Behandlung zur Vermeidung von Doppeluntersuchungen etc., bzw. zur Vereinheitlichung und Durchgängigkeit der notwendigen Dokumentation, um rasch auf alle benötigten Daten von allen berechtigten Personen zugreifen zu können, ist mit Sicherheit die Zukunft.

Die elektronische Dokumentation hilft im Prozessfalle natürlich sehr, da eine Vereinheitlichung der Standards und eine stärkere Transparenz der Tätigkeit gegeben ist und vor allem eine bessere Verständlichkeit für nachfolgende Personen, die darüber zu befinden haben (Rechtsanwälte und Richter), erreicht werden kann.

Die ärztliche Aufklärung bzw. die Nachweisbarkeit der erfolgten ärztlichen Aufklärung darf dabei nicht auf der Strecke bleiben und der Patient muss nachweisbar eingebunden werden. Es ist davon auszugehen, dass dies in Zukunft neben der Pflegedokumentation und der ärztlich-medizinischen Dokumentation in elektronischer Form erfolgen kann und sich in den Gesamtsoftwarelösungen der Dokumentationssysteme finden wird.

Die elektronische Aufklärung ersetzt (noch nicht) die handschriftliche Dokumentation

Zumindest derzeit empfiehlt es sich jedenfalls noch durch die althergebrachte Methode (die auch bei Gerichten vorzulegen sein wird) der persönlichen Aufklärung (unter Verwendung von Skizzen, handschriftlichen Notizen etc.) der Dokumentationsverpflichtung der Aufklärung ordnungsgemäß Rechnung zu tragen.

Dies wird sich aller Voraussicht nach in Zukunft aufhören, sollte aber die Erstanamnese/Aufklärung bereits jetzt elektronisch erfolgen, so muss der Nachweis darüber, dass und worüber der Patient im Rahmen eines Erstgespräches aufgeklärt worden ist, jedenfalls im Fall des Falles bei Gericht manifestiert werden können.

Zur Person:

RA Dr. Stephan Trautmann, geb. 1959, hat in Wien Rechtswissenschaften studiert. Nach Tätigkeiten im Bankensektor und in der verstaatlichten Industrie wurde er 1989 als Rechtsanwalt eingetragen und hat die gleichnamige Kanzlei gegründet. Schon in der Anfangszeit als Rechtsanwalt ist die Materie „Medizinrecht“ zu einem wesentlichen Faktor seiner Tätigkeit geworden. Im Laufe der Jahre ist die beratende Tätigkeit in Medizinangelegenheiten sowie die prozessuale Vertretung von Ärzten vor Gerichten und Behörden zu einem wichtigen Standbein seiner Kanzlei geworden. Dr. Trautmann ist führender Rechtsanwalt in der Beratung von Ärzten im Spitalsbetrieb und widmet sich auch vermehrt dem prozessualen Bereich z.B. bei der Abwehr von Ansprüchen.

Dr. Stephan Trautmann
Rechtsanwalt
Ungargasse 4/2. Stk/Top 10, A-1030 Wien
Telefon: 01/7134272, Fax: 01/7134272-42
Mobil: +43 (0) 664 32 65 258
E-Mail: trautmann@advocat.cc

Laufende Vortragstätigkeit u.a. im Rahmen des Ärztecollegiums (www.aerztecollegium.at)

Artikel zu aktuellen Rechtsfragen können Sie über den Newsletter von ärzteservice (www.aerzteservice.com) beziehen.

 

ärztrservice

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Zusammenfassung des VLKÖ-Workshops am 20. Juni 2015 zum Thema Primarärztegehälter

Zusammenfassung des VLKÖ-Workshops am 20. Juni 2015 zum Thema Primarärztegehälter

Primarärztegehälter sind in Österreich keinem einheitlichen Schema unterzogen. Sie differieren je nach Arbeitgeber, der naturgemäß auch Spitalserhalter ist. Hitzige Diskussionen begleiten die Auseinandersetzung mit dem Gehaltsschema dieser wichtigen ärztlichen Führungsposition. (...)
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Der VLKÖ wollte es genau wissen und lud im Rahmen eines inhaltsreichen Workshops Experten aus dem Rechts-, Medizin- und Recruiting-Bereich ein, die Situation von allen Seiten zu beleuchten.

Um das rechtliche Aufgabengebiet und die damit verbundene Verantwortung im System Krankenhaus zu bewerten, wurde das gesamte Aufgabengebiet der leitenden Krankenhausärzte thematisiert.

An erster Stelle stehen naturgemäß die medizinischen Aufgaben der jeweiligen Abteilung, gefolgt von Ausbildungsaufgaben für die KPJ und Turnusärzte. Aber auch die Mitarbeiterführung im Team sowie die ethische und rechtliche Verantwortung über die Abteilung und gegenüber der kollegialen Führung im Krankenhaus sind wesentliche Faktoren. Eine derartige Aufgabenstellung, da war man sich einig, lässt sich mit einem Gehaltsschema der Privatwirtschaft oder des Beamtenwesens nicht vergleichen. Zusätzlich gilt für diese Berufsgruppe, wie für alle Ärzte, ein hohes persönliches Haftungsrisiko.

Damit Österreich aber ein Land mit hoher medizinischer Versorgung bleibt und die Abwanderung in benachbarte EU Länder gestoppt werden kann, muss eine leistungsgerechte Entlohnung der Primarärzte stattfinden. Schon heute sind im medizinischen Bereich neben der langen Ausbildungsdauer mit anschließendem Facharztstudium wirtschaftliche und rechtliche Zusatzausbildungen fester Bestandteil einer Bestellung zum Primar bzw. zur Primaria.

Ein angemessenes Jahresgehalt wurde bei der Veranstaltung diskutiert. Seitens der Krankenhausträger wird über ein Jahresgehalt von bis zu 150.000 Euro als Entlohnung gesprochen. Nur mit einer leistungsgerechten Entlohnung werden auch künftig Ärzte dieses große Aufgabenfeld wieder gerne übernehmen und an Österreichs Krankenhäusern entsprechende leitende Aufgaben übernehmen wollen.

All das ist aber nur mit einer längst überfälligen Strukturreform möglich, die sämtliche Gesundheitsberufe gleichermaßen umfassen muss und mithilfe derer Österreich deutlich mit andern EU Staaten gleichziehen soll, meint Dozent Primar Dr. Otto Traindl, Präsident des Verbandes leidenderen Krankenhausärzte. Diese Strukturreform sollte für neue wie bestehe Verträge gelten.

Für weitere Informationen finden Sie hier ein PDF zum Download

 
   
   
  Vermischtes
   
         
  „Markenzeichen Ethik!“   „Markenzeichen Ethik!“
 
Führung durch Ethik und Identität
 
Neben dem medizinischen Niveau und der technischen Ausstattung stehen auf Seiten des Patienten vermehrt Faktoren wie das Gefühl der individuellen Zuwendung und die persönliche Behandlung durch Mediziner (...)
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und Pfleger im Zentrum. Vor allem Krankenhäuser in konfessioneller Trägerschaft stehen hier in der Verantwortung und sind mit besonderen Erwartungshaltungen bei den Patienten verbunden. Wissenschafter und Praktiker geben umfassende Einblicke auf praktische Erfahrungen und wissenschaftliche Erkenntnisse.

Erschienen ist das Buch bei medhochzwei Verlag GmbH – Medien für das Gesundheitswesen.

 
   
         
  „Reden wir über Geld“   „Reden wir über Geld“
 
Das Buch von Niki Lauda gibt Einblicke in die Geld-Strategien des Selfmade-Millionärs
 
Lauda, der seinen Ruf als Sparmeister mit dem Slogan „Ich hab’ doch nichts zu verschenken“ bereits in der Werbekampagne für eine Bank gewinnbringend (...)
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vermarktet hat, berichtet in seinem neuen Buch über persönliche Standpunkte und Einsichten und gibt dabei ganz private Einblicke in sein Leben.

Sein Buch hat Niki Lauda in Zusammenarbeit mit Krone-Journalistin Conny Bischofberger geschrieben. Es ist am 7. Oktober 2015 beim Verlag edition a erschienen.

 
   
     
  Der Manz-Verlag präsentiert Rabatte für VLKÖ-Mitglieder
Jahresabonnement 2015 „DAG – Das ärztliche Gutachten“
VLKÖ-Sonderpreis EUR 118,– statt EUR 148,– (inkl Versand im Inland) (...)
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Außerdem gibt es ab Heft 3/2015 (erschienen Ende Mai 2015) eine neue Rubrik in der DAG: Was viele ärztliche Gutachter trennt, ist die gemeinsame Sprache, ließe sich in Abwandlung eines Wortes von Karl Kraus sagen, denn bisher existierte keine festgeschriebene Terminologie für die Erstellung ärztlicher Gutachten.

Dem wirkt ab sofort die neue Rubrik „definiert“ der Zeitschrift für das ärztliche Gutachten (DAG) entgegen. Sie enthält sechsmal jährlich Begriffe, die im chefärztlichen Bereich der PVA als Grundlage für eine einheitliche Verwendung berufskundlicher Begriffe in ärztlichen Gutachten im Pensionsfeststellungsverfahren erstellt wurden.

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Special Offer für Mitglieder: Professionelles Terminmanagement mit dem Browser-basierten Terminorganisationssystem „mednannyDoc“

Weiterführende Informationen

 
   
 
Termine und Veranstaltungen
 
 

10. November 2015
Volkskrankheit Adipositas
Billrothhaus, Frankgasse 8, 1090 Wien

Weiterführende Informationen


11. November 2015
BÖC Nahtkurs Gefäßchirurgie
Wien

Weiterführende Informationen


13. November 2015
VSMÖ Refresher-Kurs MR-Sicherheit: Was gibt es Neues?
Medizinische Universität Wien, Jugendstilhörsaal (Bauteil 88), Spitalgasse 23, 1090 Wien

Weiterführende Informationen


17. November 2015
Proteomics und ihre Bedeutung für die Klinik
Billrothhaus, Frankgasse 8, 1090 Wien

Weiterführende Informationen


19. bis 20. November 2015
20. Österreichische Konferenz Gesundheitsfördernder Krankenhäuser und Gesundheitseinrichtungen, ÖNGKG
Billrothhaus, Frankgasse 8, 1090 Wien

Weiterführende Informationen


21. November 2015
VLKÖ Schwerpunkttagung „Die Zukunft des Krankenhauses“ zum Thema „Werden Medikamente zum Problem“
Rehaklinik Wien Baumgarten, Reizenpfenninggasse 1, 1140 Wien

Weiterführende Informationen


24. November 2015
Ablation von Vorhofflimmern – „State of the Art“ und Zukunftsperspektiven
Billrothhaus, Frankgasse 8, 1090 Wien

Weiterführende Informationen


2. Dezember 2015
Overtreatment – Diskrepanz zwischen Möglichem und Notwendigem
Billrothhaus, Frankgasse 8, 1090 Wien

Weiterführende Informationen


3. bis 5. Dezember 2015
International Conference on Progress in Bone and Mineral Research 2015/Annual Autumn Conference of the Austrian Society for Bone and Mineral Research
Wien

Weiterführende Informationen


30. Januar 2016
Rheuma Days zum Thema „Die rheumatische Hand“
Therme Wien, „Stein der Schönheit“, Kurbadstraße 14, 1100 Wien

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NEWSLETTER 3/2015
 

 

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