VLKÖ - Verband der leitenden Krankenhausärzte Österreichs

 

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VLKÖ
VERBAND DER LEITENDEN KRANKENHAUSÄRZTE ÖSTERREICHS
 
NEWSLETTER 1/2017
 
 
 
Newsletter Juni 2017
Der Verband der Leitenden Krankenhausärzte Österreichs informiert
 
 
Newsletter im Überblick
 
 
ELGA - Die Gesundheitsakte im Pro und Contra-Check
3 Fragen an Priv.Doz.in Dr.in Pamela Rendi-Wagner, MSc
Hoffnungsträger "Personalisierte Medizin"? - Interview mit Mag. Dr. Alexander Knabl, Roche Foundation Medicine Country Lead
VLKÖ im Dialog am 30.06.2017
Arzt-Haftpflicht: Deckung über Krankenhaus ohne Wenn und Aber?
Literaturtipps
Termine und Veranstaltungen
Impressum
 
 
Vorwort des Präsidenten
 
         
  Prim.Univ.Doz.Dr. Otto Traindl  

Liebe Kolleginnen, liebe Kollegen!

erstmals präsentieren wir uns mit neuem Logo und einem Newsletter, der in noch leserfreundlicherem Design gestaltet wurde.
 
       

Der VLKÖ blickt auf eine spannende und höchst interessante Jahrestagung zurück, bei der wir viele hochrangige Expertinnen und Experten als Referenten begrüßen durften. Zwei gegensätzliche Standpunkte zum Thema ELGA haben wir vor allem von DI Dr. Günter Rauchegger, Geschäftsführer der ELGA GmbH, und Dr. Thomas Holzgruber, Kammeramtsdirektor der Ärztekammer für Wien, gehört und für diesen Newsletter zusammengefasst.

Besonders freut es mich auch, dass wir die neue Gesundheitsministerin für ein Interview gewinnen konnten. Priv.Doz.in Dr.in med. Pamela Rendi-Wagner, MSc wurde am 8. März 2017 als Bundesministerin für Gesundheit und Frauen angelobt und beantwortet uns 3 Fragen zur Gesundheitsreform.

Dem VLKÖ war und ist es stets wichtig, seine Positionen darlegen zu können und neue, innovative Wege, wie sie sich uns Ärzten in der personalisierten Medizin bieten werden, entstehen zu lassen. Auf dieser Einsicht basiert auch die sehr gute und fruchtbare Partnerschaft mit Roche Austria. Dies möchten wir zum Anlass nehmen, um uns an dieser Stelle einmal ganz besonders für die langjährige Zusammenarbeit zu bedanken.

Ich wünsche Ihnen nun beim Lesen des Newsletters viele spannende Augenblicke. Wir freuen uns über Ihr Feedback und Anregung aller Art.

Mit den besten kollegialen Grüßen,
Otto Traindl

     
 
VLKÖ im Dialog: zum Thema nächste Schritte in der Gesundheitsreform sprechen wir mit Vertretern des Bundesministeriums für Gesundheit und Frauen.
Kabinettchefin Stv.Mag.a Nina Pfeffer
Sektionschef Dr. Gerhard Aigner (Recht und Gesundh.Verbr.Schutz)

Dazu laden wir unsere Mitglieder am Freitag den 30.06.2017 um 15:00 Uhr herzlich ins Billrothhaus/Verwaltungsratszimmer ein. Um eine verbindliche Anmeldung per Mail wird höflich gebeten.

 
   
     
 
ELGA – Die Gesundheitsakte im Pro und Contra-Check

ELGA ist nach wie vor ein heiß umstrittenes Thema. Im Rahmen der Jahrestagung des VLKÖ kamen DI Dr. Günter Rauchegger, Geschäftsführer der ELGA GmbH, und Dr. Thomas Holzgruber, Kammeramtsdirektor der Ärztekammer für Wien, zu Wort.

 
   
 
DI Dr. Günter Rauchegger
PRO
  • Zeit- und ortsunabhängige Verfügbarkeit Ein Motto von ELGA ist: „Medizinische Informationen stehen genau dann zur Verfügung, wenn sie benötigt werden.“ Damit vollzieht sich ein Wechsel von gerichteter zu ungerichteter Kommunikation.


  • Vereinheitlichte Inhalte Die internationale Standardisierung der Kommunikationsinhalte stellt – auch in Hinblick auf eine europäische Vernetzung – den organisationsübergreifenden Informationsfluss sicher. Einheitliche Struktur und Optik der Dokumente sowie maschinenlesbare Daten helfen, Medikationen, Diagnosen, Therapien und Behandlungsverläufe transparenter und dadurch nachvollziehbarer zu machen.


  • Mehr Patientenautonomie ELGA stärkt das Recht auf Information der eigenen Gesundheitsdaten im Sinne der Patientencharta. Über das ELGA-Portal können Sie jederzeit sämtliche ihrer Gesundheitsdaten einsehen, ausdrucken oder am Computer abspeichern. Zudem können Bürger dort auch ihre ELGA-Teilnahmerechte verwalten oder einzelne Dokumente z.B. für den Zugriff sperren. Auch die zukünftige ELGA-Anwendung „Patientenverfügung“ stärkt die Entscheidungskompetenz der Patienten.


  • Neue Services Die ELGA-Infrastruktur bietet viel Möglichkeit für weitere e-Health-Anwendungen wie z.B. die Integration eines elektronischen Impfpasses, eines elektronischen Mutter-Kind-Passes oder eines Home-Monitorings mit aktiver Einbindung des Patienten. Angedacht ist auch eine Art „patient summary“, die für behandelnde Ärzte alle wichtigen Gesundheitsdaten eines Patienten zusammenfassen soll.


  • Mehr Transparenz Bei ELGA wird dem Datenschutz durch technische Maßnahmen sowie gesetzliche Vorschriften höchste Priorität eingeräumt. Zudem werden alle Abfragen genau protokolliert und können von den Patienten jederzeit selbst im Protokoll des ELGA-Portals nachvollzogen werden.


  • Sicherheit der Patientendaten Im ELGA-Gesetz ist klar geregelt, wer auf ELGA-Gesundheitsdaten zugreifen darf: Es sind dies neben dem Patienten selbst ausschließlich jene Ärzte oder ELGA-Gesundheitsdienste-anbieter, die tatsächlich gerade den betreffenden Patienten behandeln oder betreuen. Diese Bestätigung erfolgt im niedergelassenen Bereich durch das Stecken der e-card und der Admin-Karte.

 

Dr. Thomas Holzgruber

CONTRA
  • Hohe Mehrkosten Die technische Umstellung, ELGA in bestehende Systeme zu integrieren, ist mit hohen Kosten verbunden. Geldmittel sollten vielmehr in die unmittelbare Patientenversorgung fließen anstatt in die IT-Industrie.


  • Mangelnde Freiwilligkeit Sowohl für Ärzte als auch für Patienten sollte die Anwendung von ELGA opt-in sein und die Teilnahme daran selbst aktiv entschieden werden können. Die verpflichtende Teilnahme der Ärzteschaft sowie Strafaktionen bei Nichtteilnahme an ELGA sind strikt abzulehnen.


  • Informations-überflutung und erhöhter Zeitaufwand Im dichtgedrängten Workflow des Krankenhausbetriebs ist nicht ausreichend Zeit vorhanden, sich mit den gesammelten Informationen jeder Patientenakte zu beschäftigen und Befunde zu studieren. Eine eingehende Beschäftigung mit der vorliegenden Masse an Patientendaten führt zu einem erhöhten (nicht vergüteten) bürokratischen Zeitaufwand, der auch im niedergelassenen Bereich nicht umsetzbar ist. Die Zeit am Patienten sinkt.


  • Ungeregelte Haftungsfragen Sämtliche Haftungsfragen in Bezug auf die Verwendungspflicht von ELGA sind nach wie vor nicht ausreichend geklärt. Hat man als Arzt mittels ELGA nun die gesammelte Masse der Daten über einen Patienten, ist man per Gesetz an sich dazu verpflichtet, diese auch zu sichten und Kenntnis darüber zu haben. Durch die Summe der hohen Datenmengen jedes einzelnen Patienten ist dies jedoch faktisch nicht umsetzbar.


  • Datensicherheitsrisiken Angriffsflächen und Auswirkungsbereiche von Cyberattacken auf die besonders sensiblen Gesundheitsdaten sind ein ernstzunehmendes Sicherheitsrisiko. Auch der Einsatz von Schadsoftware kann erhebliche Kosten verursachen.


  • Mangelnde Usability Das Ziel sollte sein, die technische Anwendung von ELGA so benutzerfreundlich wie möglich zu machen. Dazu sind sinnvolle Suchfunktionen und Zusammenfassungen der Daten dringend nötig; derzeit ist das nicht gegeben.

 
         
     
 

Dr.in Pamela Rendi-Wagner3 Fragen an Dr.in Pamela Rendi-Wagner

Liegt die Regelung der Patientenströme in einer PHC-Lösung oder kann es Ihrer Ansicht nach auch andere Wege geben?
Mit dem Ausbau der Primärversorgung kommt ein
großes Projekt in Umsetzung, das auch die Entlastung des ambulanten Spitalsbereiches als eines seiner Ziele formuliert. Die Stärkung und Absicherung der wohnortnahen Versorgung ist ein wichtiger Schritt,
damit die Menschen auch weiterhin eine umfassende Versorgung haben. Es geht auch darum, dass mehr Koordination in der Versorgung möglich wird - und zwar mit verbesserten Rahmenbedingungen. Zugleich müssen wir Menschen erleichtern, sich im Gesundheitssystem zurechtzufinden. Die neue telefonische Gesundheitsberatung 1450 leistet dazu einen wichtigen Beitrag, indem sie hilft, rasch die richtige Anlaufstelle für gesundheitliche Probleme zu finden.

Ärztemangel in Österreich: was tun?
Zunächst müssen wir eine klare Datenlage schaffen. Das habe ich bereits in Auftrag gegeben. Was wir momentan schon wissen, ist, dass im Jahr 2025 fast 60 Prozent der Hausärztinnen und Hausärzte mit Kassenvertrag in Pension sein werden. Das ist eine große Herausforderung und wir brauchen daher junge Medizinerinnen und Mediziner, die hier nachrücken und insbesondere auch im ländlichen Bereich die Versorgung sicherstellen. Das bedeutet, dass wir gefordert sind, attraktive und moderne Arbeitsbedingungen für Ärztinnen und Ärzte zu schaffen. Teamarbeit, Urlaubsvertretung, fachlicher Austausch, Teilzeitmöglichkeiten: all dies sind Verbesserungen, die wir durch Vernetzung und den Ausbau von regionalen Gesundheitszentren erreichen können und wollen.

Chronische Erkrankungen steigen, die Menschen werden älter – das bringt auch Herausforderungen für das Gesundheitssystem. Wie wollen sie den Herausforderungen der nächsten Jahre begegnen?
Wir müssen ansetzen, bevor Krankheiten entstehen. Gesundheitsförderung und Prävention sind der Schlüssel zu einer verbesserten Lebensqualität und zu mehr gesunden Lebensjahren. Österreich hat in den letzten Jahren bereits wichtige Maßnahmen gesetzt und erreicht, dass Gesundheit immer stärker als gesamtgesellschaftliche Aufgabe wahrgenommen wird: so haben es sich mit den Gesundheitszielen Österreich über 40 Partnern aus verschiedenen Politik- und Gesellschaftsbereichen zur gemeinsamen Aufgabe gemacht, die Entwicklung gesundheitsförderlicher Lebensräume zu fördern und gesunde Verhaltensweisen zu unterstützen. Zentral ist dabei für mich, dass alle Menschen - unabhängig von Bildung, Geschlecht, Herkunft und Einkommen - gesund leben können und gerechten Zugang zu gesundheitsförderlichen Maßnahmen sowie zu Gesundheitsversorgung haben.

 
   
         
  Mag. Dr. Alexander Knabl   Hoffnungsträger „Personalisierte Medizin“?
von Renate Haiden

Die heurige Jahrestagung des Verbandes der leitenden Krankenhausärzte Österreichs (VLKÖ) stand im Zeichen der personalisierten Medizin. Mag. Dr. Alexander Knabl, Roche Foundation Medicine Country Lead, spricht über Chancen und Herausforderungen.
 
         
 

Personalisierte Medizin gilt als der Hoffnungsträger. Ist das so?
Ja, die Personalisierte Medizin ist die Zukunft. In den letzten 20 Jahren wurden genetische und biologische Erkenntnisse bei der Entwicklung von diagnostischen Tests gemeinsam mit Arzneimitteln berücksichtigt. Ziel ist es, Medikamente auf bestimmte Patientensubgruppen bestmöglich abzustimmen und damit Ansprechraten zu erhöhen und Nebenwirkungen zu verringern. Zukünftig wird dieser Ansatz mit weltweiten Wissens- und Datenanwendungen erweitert. So werden maßgeschneiderte Lösungen für den einzelnen Patienten möglich. Damit steht der individuelle Patient im Mittelpunkt und nicht nur das Kollektiv. Wir sind noch nicht am Ziel, aber wir bereiten den Weg für die nächste Generation.

Wie geht ein Konzern wie Roche an diese Aufgabe heran?
Roche vereint die Expertise aus Pharma & Diagnostik unter einem Dach und ist damit Vorreiter in der Personalisierten Medizin. Seit Mitte der 90er Jahre verfolgen wir diesen Weg sehr konsequent in der Forschung und Entwicklung. Der Wissenszuwachs auf dem Gebiet ist gerade in den letzten 15 Jahren enorm gestiegen. Roche bietet umfassende Services, die den gesamten Bereich der Personalisierten Medizin abdecken: ausgehend von präzisesten Diagnoseverfahren, maßgeschneiderten Therapien bis hin zu Früherkennungs- und Monitoring-Lösungen.

Wo sehen Sie heute und in Zukunft die Haupteinsatzgebiete?
In erster Linie in der Onkologie. Das Wissen über Krebs nimmt kontinuierlich zu. Doch trotz aller Erkenntnisse und der Fortschritte der letzten zehn Jahre ist die Sterblichkeit bei Lungenkrebs mit 80 % nach wie vor sehr hoch. Genau für solche herausfordernden Fälle braucht es die Vernetzung von weltweitem Wissen aus Forschung und klinischer Praxis, um neue Lösungen zu schaffen. Gemeinsam mit dem US-amerikanischen Unternehmen Foundation Medicine, dem Marktführer auf dem Gebiet der molekularen Information, bietet Roche auch schon konkrete Lösungen an. 2016 startete Roche mit FoundationOne® in Europa, einem molekularen Informations- und Analyseservice, auf dem modernsten Stand der Technik. In einem All-in-One-Ansatz vereint FoundationOne® Next Generation Sequencing auf Hightech-Niveau mit einer Datenanalyse auf Grundlage des weltweit verfügbaren medizinischen Wissens und einem Abgleich mit der weltweit größten Tumordatenbank mit mehr als 100.000 Patientenfällen.

Dahinter steht „Big Data“ – was passiert damit?
FoundationOne® nutzt „Smart Data“ Analysen. Das Ergebnis des hoch komplexen „Smart Data“ Verfahrens ist ein umfassender, individueller Befund, der dem behandelnden Spezialisten in kurzer Zeit vorliegt und ihm als Entscheidungsgrundlage für weitere maßgeschneiderte Therapiestrategien dient.
FoundationOne® kann über 300 krebsrelevante genetische Veränderungen im Tumorgewebe identifizieren. Die Mutationsrate gibt den Weg vor. Sinnvoll ist der Einsatz bei soliden Tumoren, die viele Mutationen aufweisen, zum Beispiel Lungenkrebs, dort wo mit aktuellen Standardtests keine Lösungen gefunden werden und dort wo durch eine ärztliche Nutzen-Risikoeinschätzung dem Patienten mehrere Biopsien nicht zugemutet werden können.
Wesentlich ist: Auch bei „Smart Data“ Anwendungen stehen immer Menschen dahinter. Bei Roche Foundation Medicine werden die Befunde vom medizinischen Fachpersonal erstellt und abgesegnet, nicht vom Computer. Die Interpretation des Befunds sowie weitere Therapieentscheidungen obliegen dem behandelnden Spezialisten. Die Daten werden nur mit Zustimmung des Patienten erhoben. Der Patient kann verfügen, dass seine Daten nicht gesammelt und archiviert werden.

 
     
     
 

Akad. gepr. Vers.Math. Gerhard UlmerArzt-Haftpflicht: Deckung über Krankenhaus
ohne Wenn und Aber?

von Gerhard Ulmer


Die Diskussion über die Notwendigkeit für angestellte Ärzte, eine eigene Arzt-Haftpflichtversicherung zu haben, hat durch ein aktuelles OGH-Urteil wieder eine neue Facette bekommen. Insbesondere das Thema Regressforderungen gegenüber dem Dienstnehmer wird in diesem speziellen Fall beleuchtet.

Was war geschehen: Ein Facharzt für Unfallchirurgie setzt einem Patienten eine Kreuzbandersatzplastik ein. Wegen Komplikationen bei der Operation wurde für fast vier Stunden die Blutsperre aufrechterhalten. Dies stellt nach einhelliger Ansicht der Sachverständigen einen groben Behandlungsfehler des Operateurs dar. Als unmittelbare Folge erlitt der Patient ein Compartmentsyndrom des linken Oberschenkels mit ausgedehnten Nekrosen von Teilen der Oberschenkelmuskulatur. Dies erforderte eine Reihe von Folgeoperationen zur Entfernung der abgestorbenen Teile und zur Hauttransplantation zur Deckung der geschädigten Weichteile. Als Folge des Behandlungsfehlers ist zudem die Nierenfunktion erheblich eingeschränkt („Crush-Niere“), sodass eine intensivpflichtige Hämofiltration notwendig ist.

Die Haftpflichtversicherung des Krankenhauses, in dem der Unfallchirurg angestellt war, bezahlte bisher rund 360.000 Euro an den Geschädigten. Der Arzt bzw. dessen Haftpflichtversicherung wurde nun vom Haftpflichtversicherer des Dienstgebers aufgefordert, anteilig 180.000 Euro der Entschädigung zu begleichen. Außerdem solle er dazu verpflichtet werden, die Hälfte aller zukünftigen Schadenersatzzahlungen und Regressforderungen zu ersetzen. Das Risiko der Tätigkeit des Arztes sei im Sinne des § 59 VersVG doppelt versichert gewesen. Dieser Forderung wurde vom OGH mit Urteil vom Jänner 2017 stattgegeben.

Was bedeutet nun Doppelversicherung: Die Voraussetzung für das Vorliegen einer Doppelversicherung ist immer, dass in zwei Versicherungsverträgen dasselbe Interesse versichert wird. Dies muss aber nicht durch dieselbe Person geschehen; Doppelversicherung ist daher auch dann anzunehmen, wenn dasselbe Interesse etwa durch eine Eigenversicherung und durch eine Versicherung für fremde Rechnung geschützt wird. Nicht die Identität des Versicherungsnehmers, sondern die Identität des versicherten Interesses begründet Doppelversicherung.

Interessant in dieser Entscheidung ist auch die übereinstimmende Erkenntnis aller Vorinstanzen bis hin zum OGH, dass das Dienstnehmerhaftungsprivileg nicht anzuwenden sei, da ja für das (versicherte) Interesse eine Eigenversicherung bestanden hat.

Krankenhausversicherer hat Anspruch auf Ersatz
Somit waren dasselbe Interesse und dieselbe Gefahr doppelt versichert. Beide Versicherer müssen die Ansprüche des Patienten gegenüber dem Arzt bzw. dem Krankenhaus ersetzen, da beide Versicherer als Gesamtschuldner gelten. Die Versicherer haften somit zur gesamten Hand jeweils nach Maßgabe ihres Versicherungsvertrags.

Was bedeutet dieses Urteil für den angestellten Arzt: Der OGH hat mit diesem Urteil nicht nur eindeutig die Leistungspflicht der Eigenversicherung des angestellten Arztes festgestellt, es wurde darüber hinaus auch das Dienstnehmerhaftungsprivileg als nicht zutreffend bestimmt. Der nächste Schritt in der Entwicklung der Rechtsprechung könnte durchaus die Mithaftung des Arztes unter allen Voraussetzungen (also auch ohne Vorliegen einer Doppelversicherung) bringen. Daher ist eine eigene Haftpflichtversicherung auch für angestellte Ärzte dringend anzuraten.



Akad. gepr. Vers.Math. Gerhard Ulmer
Geschäftsführer Ärzteservice

Ferstelgasse 6, A-1090 Wien
FN 291475s, Handelsgericht Wien
Telefon: 01/402 68 34 0
Fax: 01/402 68 34 – 25
E-Mail: office@aerzteservice.com
www.aerzteservice.com
www.facebook.com/aerzteservice

 
   
   
  Literaturtipps
   
         
  Management Handbuch Krankenhaus   Management Handbuch Krankenhaus

Das Krankenhaus ist durch die rasanten Entwicklungen im Gesundheitswesen einem ständigen Wandel unterworfen. Das Management Handbuch Krankenhaus liefert Führungskräften vorrangig in Verwaltung und Medizin aktuelle Beiträge zu allen relevanten Themenfeldern "rund um das Krankenhaus": Management, Organisation, Controlling, Marketing, Personal, Pflege, Qualitätsmanagement, Recht, Kommunikation etc.

Alle Inhalte bieten dem Management eines Krankenhauses Unterstützung und Entscheidungshilfe. Die Beiträge greifen aktuelle Themen frühzeitig auf und sind überwiegend strategisch-zukunftsweisend angelegt. Es werden für den gesamten Bereich Krankenhaus grundlegende Veränderungen aufgezeigt und innovative Ansätze verfolgt. Darüber hinaus geben die Artikel konkrete Anregungen für ein professionelles Krankenhausmanagement; interessante Praxisbeispiele runden das Handbuch ab.

Erschienen ist das Buch bei medhochzwei, Medien für das Gesundheitswesen.

 
   
         
  Handbuch Kooperationen im Gesundheitswesen – Rechtsformen und Gestaltungsmöglichkeiten   Handbuch Kooperationen im Gesundheitswesen – Rechtsformen und Gestaltungsmöglichkeiten

Kooperationen im Gesundheitswesen sind geeignete Mittel, um den aktuellen Herausforderungen des
Gesundheitssystems zu begegnen. Sie dienen der organisatorischen und wirtschaftlichen Optimierung mit dem Ziel einer besseren Patientenversorgung.

Bei der Vielzahl von unterschiedlichen Kooperationsmöglichkeiten ist insbesondere die Klärung der rechtlichen Rahmenbedingungen von erheblicher Bedeutung, da ansonsten bei der Umsetzung in die Praxis große Probleme auftauchen können, die nicht selten zum Scheitern des ganzen Projektes führen.
Das Handbuch Kooperationen im Gesundheitswesen dient als praktische und umfassende Arbeitshilfe für Juristen, Mediziner und Führungskräfte in Einrichtungen des Gesundheitswesens sowie für alle, die mit rechtlichen, wirtschaftlichen und organisatorischen Fragestellungen einer Kooperation im Gesundheitswesen beschäftigt sind.

Erschienen ist das Buch bei medhochzwei, Medien für das Gesundheitswesen.

 
   
         
  Arzthaftung - Haftung und Schadenersatz im Gesundheitsbereich   Arzthaftung - Haftung und Schadenersatz im Gesundheitsbereich

Das Arzthaftungsrecht, das mögliche Schadenersatzansprüche gegen Ärzte und/oder Rechtsträger von Krankenanstalten im Zusammenhang mit medizinischen Behandlungen betrifft, hat in den letzten Jahren stetig an Aktualität und Interesse gewonnen.
Neben den vielfältigen anzuwendenden gesetzlichen Bestimmungen, die vom Schadenersatz- und Vertragsrecht des ABGB bis zum Ärzte- und Krankenanstaltenrecht reichen, kommt insbesondere auch der Rechtsprechung und den von ihr entwickelten Grundsätzen eine immer größere Bedeutung zu.

 
   
 
Termine und Veranstaltungen
 
 

Künstliche Herzen - Die Brücke zum Überleben, Sonderausstellung
5. Mai bis 7. Oktober 2017, Josephinum
Weiterführende Informationen:
www.josephinum.ac.at

Otto-Kraupp_Preis 2017:
Präsentation ausgewählter Habilitationen des Jahres 2016

6. Juni, Billrothhaus
Weiterführende Informationen:
https://www.billrothhaus.at

48. Jahrestagung der Österreichischen Gesellschaft für Innere Medizin
21. bis 23. September 2017, Salzburg Congress
Weiterführende Informationen:
http://www.oegim.at

Wissenschaftlicher Abend zur Geschichte der Gesellschaft der Ärzte in Wien
12. Dezember 2017, Billrothhaus
Weiterführende Informationen:
https://billrothhaus.at

 
 

Impressum

Dieser Newsletter wurde unterstützt von: ärzteservice, AUVA, Manz Verlag, Roche, VAMED, Wiener Zeitung


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NEWSLETTER 1/2017

 

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